Mercedes 190er Freunde Deutschland e.V.

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Der 190er (Typ 201) löste keinen Vorgängertyp ab, sondern erweiterte das damalige PKW-Programm von Mercedes Benz um eine kompakte, viertürige Limousine mit fünf Sitzplätzen. Seine Entwicklung begann bereits in Herbst 1976 und das Grundkonzept des 190ers stand im Sommer 1978 fest.

Es wurde ebenso wie bei den Typen 123 und 126 bei der Entwicklung auf Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit, Sicherheit und Fahrverhalten sowie Komfort und Lebensdauer sehr hoher Wert gelegt. Der Windwiderstand wurde durch die harmonische und aerodynamische Linienführung auf einen cw-Wert von 0,33 gesenkt, welcher in Verbindung mit einem im Vergleich zum Typ 123 um 260 bis 280 kg reduziertem Gesamtgewicht wesentlich zum deutlich geringeren Kraftstoffverbrauch beitrugt.

Das Fahrwerk war eine völlige Neuentwicklung und unterschied sich stark von den bisher bekannten. Ein im Vergleich zur Gesamtlänge ungewöhnlich langer Radstand ermöglichte in Zusammenarbeit mit dem erstklassigen Fahrwerk eine ungewöhnliche Dynamik. Gleichzeitig wurde durch die Stabil-Leichtbauweise und lange Federwege in Verbindung mit Gasdruckstoßdämpfern für ein bisher unerreichtes Maß an Fahrkomfort und aktiver Sicherheit gesorgt. Gegenüber den bis dahin bekannten Fahrwerkskonzepten konnte der Geradeauslauf, die Fahrstabilität in Kurven, sowie das Lastwechselverhalten wesentlich verbessert werden.

Die Radführung der Vorderachse übernimmt je ein Dreieckslenker zusammen mit je einem Federbein, wobei die Feder getrennt vom Stoßdämpfer montiert werden. Die Schraubenfedern befinden sich nicht wie bei herkömmlichen Federbeinachsen auf dem Dämpferelement, sondern auf dem Dreieck-Querlenker außerhalb des Rahmenlängsträgers, wodurch eine flache Bauhöhe erreicht wird, welche eine optimale Voraussetzung für gute Platzverhältnisse im Motorraum ist.


Die Raumlenkerhinterachse, welche erstmals im 190er verbaut wurde, stellte eine absolute Neuheit im PKW-Bau dar. Im Sommer 1978 wurde mit einer umfangreichen Fahrwerks-Grundlagenforschung und -erprobung begonnen, wobei nicht weniger als 8 Hinterachsgrundkonzepte in 77 Varianten ausgiebig untersucht wurden. Im Ergebnis wird jedes Hinterrad durch fünf unabhängige Lenker geführt, wobei Sturz, Vorspur und Spurweite in allen Fahrzuständen so gesteuert werden, dass die Fahreigenschaften der Raumlenkerhinterachse selbst die der besten bis dahin bekannten Hinterachskonstruktionen übertrafen. Mit der neuen Hinterachskonstruktion war es gelungen in Hinblick auf hohen Komfort und gutes Fahrverhalten bei allen Beladungszuständen neue Maßstäbe zu setzen. Noch heute findet diese Hinterachskonstruktion modifiziert in den aktuellen Baureihen Verwendung.

Der 190er verfügt über eine damals neue Kugelumlauflenkung. In Geradeausstellung wird durch eine direkte Übersetzung eine hohe Lenkpräzision erreicht. Die Lenkung war so konstruiert worden, dass sie mit zunehmendem Lenkeinschlag indirekter wird. Der kleine Wendekreis von nur 10,60 m ermöglicht größte Handlichkeit und müheloses Einparken.

Die Schreibenbremsen an allen vier Rädern gewährleisten einen festen Griff und somit ein für die Kompaktklasse ungewöhnliches Ausmaß an Bremssicherheit, deren Wirkung durch den serienmäßigen Bremskraftverstärker zusätzlich unterstützt wird. Das ABS verhindert bei allen Fahrbahnbedingungen ein Blockieren der Räder und erhält die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs selbst bei einer Vollbremsung.


Die aktive und passive Sicherheit des 190ers erfüllte zur damaligen Zeit nicht nur sämtliche nationale und internationale Normen, sondern darüber hinaus auch die eigenen von Mercedes-Benz. Das Ergebnis jahrzehntelanger Unfallforschung war ein zukunftsweisendes Sicherheitsniveau. Grundlage der aktiven Fahrsicherheit war das neu entwickelte Fahrwerk mit hohen Sicherheitsreserven. Es verzeiht kleine Fahrfehler ohne Probleme und der Wagen bleibt leicht beherrschbar. Exakter Geradeauslauf, neutrales Fahrverhalten in Kurven, leichtgängige und präzise Lenkung, sowie optimal abgestimmte Federung und Dämpfung verhindern ein plötzliches Ausbrechen des Wagens und gewährleisten sicheren Kontakt zwischen den Reifen und Fahrbahn.


Als Basis für die aktive Fahrsicherheit dient die sehr stabile Fahrgastzelle und die gut durchdachten Knautschzonen des 190ers, welche in der Lage sind, große Mengen an Energie zu absorbieren. Stufenweise wird je nach Schwere des Unfalls Energie abgebaut. Durch vorbestimmte Falten beschränkt sich die Verformung bei einem Frontalunfall zunächst auf den vorderen Bereich der Längsträger. Erst bei einem stärkeren Aufprall werden der hintere Teil des Querträgers sowie Teile der anderen Fahrzeugseite zur Energieaufnahme herangezogen. Der größte Teil der auftretenden Kräfte wird auf Gabelträger umgeleitet, die sich an stabilen Strukturen der Seitenwände und des Getriebetunnels abstützen. Durch den Einsatz hochfester Stahlbleche wurde trotz dünnerer Materialstärken zur Gewichtsreduzierung eine extrem hohe Belastbarkeit erreicht.

Ein zusätzlicher Querträger unter dem Armaturenbrett verbessert die Stabilität der linken und rechten Fahrerseite und stützt die Heizungsanlage sowie die Lenksäule und das Lenkrad ab. Die neue Sicherheitslenkung wurde so konstruiert, dass sie sich bei einem Aufprall ineinander schiebt. Der erhältliche Fahrerairbag ist ein weites Plus an Sicherheit bei einem schweren Unfall. Große Überlappungen an den Türfugen verhindern ein Verklemmen der Türen nach einem Unfall und die neuentwickelten Keilzapfen-Türschlösser sind extrem hoch belastbar. Halbversenkte Türgriffe sind bei Streifkollisionen und Überschlägen gut gegen Abreißen geschützt. Der Kraftstoffbehälter sitzt sicher über der Hinterachse, wodurch das Heckteil vollkommen in die Schutzzone einbezogen werden konnte, ohne eine Undichtigkeit der Kraftstoffanlage zu riskieren.


Der für kompakte Fahrzeuge extrem lange Radstand leistet einen entscheidenden Beitrag für den geräumigen Innenraum. Das Einsteigen wird durch 4 sich weit öffnende Türen erleichtert. Die Sitze sind auf einem Federkern aufgebaut und somit straff genug, den Passagieren sicheren Halt zu geben, jedoch gleichzeitig so komfortabel, dass selbst lange Fahrten entspannt zu bewältigen sind. Die Sitzposition auf den Vordersitzen entspricht dem hohen Standard großer Mercedes-Benz-Limousinen und die Innenraumbreite sowie der Fontraum sind für ein Fahrzeug der Kompaktklasse erstaunlich komfortabel ausgelegt. Die Vordersitze lassen sich in einem großen Maß längsverstellen, wobei die Sitzfläche des Fahrersitzes zusätzlich in der Höhe verstellbar ist (ab 1988 auch in der Neigung). Die große Auswahl an vorhandenen Innenraum-Designs ermöglichte es, jedem 190er eine individuelle Note zu geben. Für die Sitze standen mehrere hochwertige Materialien zur Auswahl, Stoff, Leder, MB-Tex und Velour, die in verschiedenen Farben gewählt werden konnten. Die Innenverkleidungen der Türen wurden dazu passend gewählt.